Potsdam verkloppt Tempelhofer Feld

Ein Mitmach-GartenCafé, Eis und Limo – alles auf der Dachterasse der FreiHeit?
Die Rutsche runter zum Abenteuerspielplatz. Zur Sauna geht es später… Erst noch in die Werkstatt das Fahrrad reparieren. So oder so ähnlich kann es sich schon 2019 im Haus der FreiHeit abspielen. Es kann das „Tempelhofer Feld“ von Potsdam werden. Nur besser! Ein bunter & lebendiger Mitmach-Ort für Alle mitten im ❤ von Stadt & Land:

  • ein botanischer Garten auf dem Dach: Artenreichtum und Lebensraum für Insekten, Bienen, Vögel sowie Heilpflanzen und einem essbaren Garten
  • ein nicht-kommerzielles Mitmach-Café auf der Dachterasse mit Open-Air Kino und Rundumblick auf die Stadt
  • eine Veranstaltungs-, Mehrzweck-, Spiel- und Sporthalle
  • Kreatives Schaffen in Ateliers und Bandproberäumen
  • ein Haus des Lernens: eine Offene Werkstatt, ein Reparatur Café, eine Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt, Co-Working-Räume, Raum für virtuelle Realitäten, Workshopräume, Skill-Sharing, Wissens­weitergabe und Bildungsangebote
  • Sprach- und Kommunikations-Treffen mit Menschen unterschied­lichster Herkunft. In allen Bereichen des Hauses: von der Werkstatt bis zum Café.
  • eine Kneipe und Partys im Schallschützenden Keller
  • einen Saal der Stadtgesellschaft für Ausstellungen, Vorträge, Tanz- und Theater­, Podiumsdiskussionen und vorallem für einen echten Dialog der Stadtgesellschaft – egal ob es draußen regnet oder schneit.
  • wissenschaftliche Vernetzung, Erweiterung der Bibliotheksräume, Platz fürs Stadtarchiv & das Depot des städtischen Museums.
  • ein Mitmach-Museum & eine Mitbau-Modelleisenbahn, Räume für Eltern & Kinder sowie ein Abendteuer­spielplatz für kleine und große Potsdamer. Es gibt eine Skaterbahn, eine Kletterwand mit Netz und doppeltem Boden hinauf zum Dachgarten und eine große Rutsche wieder hinunter.
  • Einen Wohlfühlbereich mit Sauna, Solebecken, Massage, Klang­therapie, Feuerstelle und dem Raum der Stille ❤
  • Ein „grünes Band“ aus Blumen, Pflanzen & Bäumen verbindet den Dachgarten mit dem sanierten Staudenhof und dem Abendteuerspielplatz.
  • Ein Haus der Begegnung: ein Treffpunkt, der für alle Potsdamer gut erreichbar ist. In diesem Haus mitten im Zentrum werden die Stadt und ihre Menschen erlebbar.

Wow, was für ein Traum! Damit er auch zur Realität wird: nun noch ein paar Ideen, was du konkret tun kannst, bevor es zu spät ist. Denn bereits im April soll abgerissen werden. Das gilt es zu verhindern!

Konkrete Schritte

  1. Teile diesen Artikel gleich  j e t z t  auf mehreren Wegen:
    – In deinen sozialen Netzen: bei Facebook teilen, bei Twitter teilen, …
    – In deinen Gruppen, Chats, Mailverteilern und a
    uf relevanten Webseiten
    Drucke & lege ihn einfach überall in der Stadt aus
  2. Trage dich in den Infoverteiler ein: stadtmittefueralle.de/mitmachen/, damit du rechtzeitig über Treffen & Aktionen informiert wirst.
  3. Folge stadtmitte4alle bei Twitter oder stadtmittefueralle bei Facebook. Stelle die Benach­rich­tig­ung­en unter „Abonnieren“ auf „Ein“.
  4. Sprich mit Freunden und Bekannten darüber. Finde mindestens 5 Menschen die diesen Artikel noch nicht kennen. Druck ihn doch einfach jetzt schon 5 mal aus – zum Weitergeben. Damit alle mitbekommen, welches Potential hier durch schön-teure Fassaden ersetzt werden soll.
  5. Wovon träumst du? Ergänze den Traum! Was wirst du 2019 an einem perfekten Tag an diesem Ort gemacht und erlebt haben? Male ein Bild davon und schicke es uns per Mail. Schreibe einen Kommen­tar oder gleich ein Gedicht.
  6. Ruf Jann Jakobs an, frag ihn, was er unternehmen will und schreib uns doch, was er geantwortet hat.
    Hier ist seine Telefonnummer:
    0331 / 289 1000
  7. Lass dir was einfallen und behalte deinen Humor dabei! Man sagt damit ließen sich alle Probleme in Luft auflösen 😀

Vom Traum zur Realität

Viele Aspekte dieses Traumes könnten bereits 2019 Realität sein. Natürlich braucht es noch mehr Menschen, um den Traum zu vervollständigen, einen Plan zu entwickeln und auch jede Menge guten Willen & tatkräftige Unterstützung, um ihn zu verwirklichen.

Doch als erstes gilt es Abriss, Privat­isierung und Neubauten zu stoppen! Wie beim Tempelhofer Feld. Noch ist es möglich. Aber nicht mehr lange. Bereits im April soll abgerissen werden. Denn diese Stadt steht kurz davor das Haus mit dem größten Potential für ihre Einwohner zu vernichten!

Das Fest der MögLICHTkeiten

Beim Fest der MögLICHTkeiten am 24. Februar auf dem Alten Markt hat mit zahl­reichen Lieder­machern, Workshops, Poesie und einem “Markt der Mög­lich­keiten” gezeigt, wofür das alte Haus noch nützlich wäre. Allein der Wille der Stadtverordneten fehlt noch. Doch! Auch so kann Bürger­beteilig­ung in Potsdam aussehen: bei einem ersten Szenario-Workshop im sog. Traumzelt träumten 10 Menschen von einem „Haus der Stadtgesellschaft, wie es oben beschrieben wurde.

Rund 1200 PotsdamerInnen haben trotz eisigem Ostwind auf dem Alten Markt das „Fest der MögLichtkeiten“ gefeiert. Sie fordern den sofortigen Abrissstop des ehemaligen FH-Gebäudes, nachdem die Schadstoffe nun entfernt wurden. Rechtlich, technisch wie auch finanziell ist dies noch möglich.

“In dem Gebäude wollen wir – ganz nach dem Konzept einer sozial orientierten und behutsamen Stadtentwicklung – ein Haus der Stadtgesellschaft umsetzen, das Raum bietet für gesellschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Angebote”, so André Tomczak, Sprecher des Bündnisses “Stadtmitte für Alle”.

Mit dem Fest zeigten die Veranstalter und Gäste Wege einer partizipativen Stadtentwicklung auf, welche die Belange aller Potsdamer*innen berücksichtigt – und auch kommenden Generationen Spielräume lässt.

Tatsächlich scheint es schlecht bestellt um diese zukunftsweisende Idee, die bereits vor zwei Jahren in die Diskussion eingebracht wurde. – Es sei denn, die politischen Entscheidungsträger geben sich jetzt doch noch einen Ruck und beschließen den Abrissstopp.

In einer Podiumsdiskussion haben sich – mit Ausnahme der CDU – die Potsdamer Oberbürgermeisterkandidaten bereitwillig den unangenehmen Fragen des Moderators und aus dem Publikum gestellt:

  • Die Kandidatin der Linken konnte aus familiären Gründen leider nicht selbst teilnehmen.
  • Während Lutz Boede als Kandidat der aNDEREN den sofortigen Abrissstopp und ein Aussetzen der Privatisierung der Stadtmitte forderte,
  • befürworteten die Kandidat*innen von Bündnis 90/ Die Grünen und SPD weiterhin den Abriss und die geplante Privatisierung und Neubebauung der Potsdamer Mitte.
  • Heftige Diskussionen gab es um die tatsächlichen Möglichkeiten von Bürgerbeteiligung in der Stadt, immerhin gab es zu allen Konfliktthemen in der Stadt abgelehnte Bürgerbegehren und nicht umgesetzte Abstimmungen im Bürgerhaushalt.
  • Am Ende formulierte der Moderator die Hoffnung, dass die städtische Politik in Zukunft das Engagement und die Interessen der Stadtgesellschaft ernst nimmt, bereit für einen Dialog auf Augenhöhe ist und die Signale aus dieser tollen Veranstaltung ernst nimmt.

Für das leibliche Wohl gab es heißen Tee, Glühwein und selbstgemachte Kuchen, Aufstriche & Suppen vom Familien- und Gemeinschaftscafé Madia sowie aus dem Projekthaus Babelsberg. Zahlreiche Musiker, darunter die bekannten Potsdamer Bands Ott’n’Geee und Ernstgemeint als Headliner, heizten den Gästen abwechselnd ein oder regten zum Nachdenken an.

Nachdem die gnädig scheinende Sonne untergegangen war, begann ein beeindruckendes Lichtspektakel: Das Gebäude wurde mit Beamer- und Laserprojektionen künstlerisch beleuchtet, um dessen städtebauliche und architektonische Bedeutung nochmals hervorzuheben.

“Stünde es in einer anderen Stadt als Potsdam, würde dieses Gebäude sicherlich aufgrund des unmittelbaren Bezugs zu Mies van der Rohe und seines Bauhaus-Stils lange unter Denkmalschutz stehen”, so Tomczak.

Das [F]rei[H]eits Gebäude am alten Markt erstrahlte letzten Samstag in bestem Licht. Hoffen wir, dass es dies unter neuem Namen doch noch lange Zeit tun wird!

Unterstützt wurde das Fest „FH im Spotlight – Ein Fest der MögLichtkeiten“ von einem breiten Bündnis von zahlreichen Verbänden, Vereinen und auch Parteien, sowie von den Allgemeinen Studierendenausschüssen der Fachhochschule Potsdam und der Universität Potsdam.

Kaufangebot von „Stadtmitte für Alle“

Das Bündnis “Stadtmitte für Alle” ist ein Zusammenschluss von Potsdamer Initiativen und Vereinen, Gruppen und Einzelpersonen. Es rückt die großen gesellschaftlichen Potenziale der bestehenden Gebäude und Flächen in Potsdams Mitte in den öffentlichen Blick. Das Bündnis fordert und praktiziert öffentliche Mitsprache bei der weiteren Entwicklung der Potsdamer Mitte.

„Stadtmitte für Alle“ hat gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Potsdamer Mitte Neu Denken“, und mit Unterstützung der GLS Bank und der Trias Stiftung im vergangenen Jahr ein Kaufangebot in Höhe von 6 Mio. Euro für das Gebäude vorgelegt, um Gebäude und dazugehörigen Stadtraum in Gemeinbesitz übergehen zu lassen.

Bereits am Vortag der Veranstaltung verwahrte sich das Bündnis gegen Vorwürfe der Kandidatin der Grünen, das Kaufangebot sei ein „Fake“ (Wortlaut!). Selbstverständlich gibt es klare und schriftliche Absichtserklärungen der GLS – Bank und der Stiftung Trias.

4 Kommentare

  1. Nicht so nett, sich gegen den Umbau in der Stadt einzusetzen. Wenn ihr Potse mit solchen Sachen hipsterisiert, dann kommt es am Ende noch viel dicker. Haben wir in Berlin Mitte gesehen oder in Friedrichshain. Diese ganzen bunten Orte führen nur dazu, dass die Investoren um so härter sich verwirklichen.

    Ich finde die Idee super zum beschaulich provinziellen Weichbild zurückzukehren und die hässlichen Schandtaten der DDR-Zeit ein für alle Mal abzuräumen. Alles wieder so beschaulich provinziell und wertig wie einst, aber mit sozialer Mischung. Mir gefällt das richtig richtig gut, was an der Stelle der vor sich hin bröselnden FH hin soll.

    Bezug zu Mies. Man man man. So kann man es auch nennen, wenn in der kleinen DDR was schlecht nachgeschöpft wird. Da hat der kleine Plastik-David in meinem Schrank wohl auch einen Bezug zu Michelangelo…

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    1. Hallo Christian, danke erstmal für deinen Kommentar! Wir mögen unterschiedliche Sichtweisen. Sie alle haben ihren Ursprung. Aus unserer Sicht geht es um Menschen. Was sie machen und wie sie sich begegnen können. Dafür braucht eine Stadt auch öffentliche Räume. Es geht also nicht um Hipsterisierung sondern viel mehr um eine nahbare, freundliche und lebendige Stadt.

      Dein Berlin Vergleich scheint aber doch arg zu hinken. Hier soll ja gerade jetzt kommunale öffentliche Fläche für ein paar „Groschen“ in die Hand von Investoren übergehen. Die Selbst-Verwirklichung der Investoren fängt also genau hier und jetzt an.

      Die einstige Staudenhof-Parkanlage (RIP) würde damit durch Häuser und private Innenhöfe ersetzt werden. Wo bleibt das Grün in den öffentlichen Flächen? Die Steinwüste zwischen Schloß und Kirche ist jetzt schon erdrückend genug!

      Wieso sollte denn gerade der Stadt-Grundriss von früher eine gute Antwort für die heutigen und zukünftigen Bedürfnisse dieser Stadt sein? Die soziale Mischung ist übrigens ein Witz, ein Tropfen auf den heißen Stein. Schau dir mal Entwürfe der Bieter im Losverfahren an. Das ist marginal und wird vorallem eine Schlafstadt für Reiche.

      Das die FH jetzt bröselt ist ja nur ein Ergebnis dieser unglaublichen Politik. Das wäre leicht zu ändern. Und wegen Mies: In anderen Städten wär die FH wohl schon unter Denkmalschutz. Nur in Potsdam ist es unvorstellbar. Aber Streit um Schönheit, Fassaden und Denkmäler hin oder her – es geht einfach nur um die Nutzung! Und in dieser Hinsicht will die Stadtverwaltung gerade ein riesen Potential einfach weg werfen.

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